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Nancy Voigt

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23966 Wismar
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Stadtmütter Wismar

Gefördert von

Das Projekt wird von der Hansestadt Wismar, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Agerholm-Stiftung unterstützt.

In der Hansestadt Wismar leben viele zugewanderte Flüchtlingsfamilien unterschiedlichster Nationalitäten. Die Frauen leben zurückgezogen und auf ihre Familien bezogen. In einigen Stadtteilen haben sich eigene - herkunftsländerspezifische - Communities gebildet, es gibt kaum Kontakt zu deutschen Familien. Kenntnisse über das deutsche Bildungssystem, über deutsche Wertvorstellungen, gesellschaftliche Hintergründe, Verwaltungsvorgänge, hier geltende Rechte von Frauen und Kindern, über Gewaltprävention, zu Gesundheitsfürsorge, Ernährung und vielem mehr fehlen. In den genannten Stadtteilen leben auch deutsche Frauen mit einem geringen Zugang zu Bildungs- und Unterstützungssystemen. Die gesellschaftliche Isolation verhindert den Prozess der Integration.

Mit dem Projekt Stadtmütter Wismar werden vor allem Frauen mit (und ohne) Migrationshintergrund qualifiziert, um die isoliert lebenden Frauen in ihrer Häuslichkeit aufzusuchen, sie zu informieren und sie zu motivieren, am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilzunehmen. Sie werden gestärkt, Verantwortung für sich selbst und ihre Kinder aktiv wahrzunehmen und ermutigt, sich aktiv in ihrem Wohnumfeld z. B. bei Stadtteilfesten und Veranstaltungen einzubringen. Bei diesen Veranstaltungen entstehen Kontakte zur deutschen Bevölkerung, Vorurteile können abgebaut werden.

Das Projekt umfasst zwei Phasen:

Phase 1: Qualifikation - Frauen mit und ohne Flüchtlingshintergrund, die selber Mütter sind und eine Aufgabe suchen, werden zu verschiedenen Themen rund um die Entwicklung und Erziehung von Kindern, über das deutsche Bildungs- und Gesundheitssystem, über örtliche Unterstützungsmöglichkeiten (Ämter und Behörden, Beratungsstellen, Jobcenter, Jugendamt usw.) qualifiziert. Dabei werden auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Familie thematisiert, ebenso Fragen der Gewaltprävention.

Phase 2: Einsatz - Die so ausgebildeten Stadtmütter geben anschließend ihr Wissen an andere Frauen und Familien weiter. Als Sprach- und Kulturmittlerinnen gewinnen die Stadtmütter bei Hausbesuchen das Vertrauen der Frauen, informieren sie über in Deutschland gelebte Werte und Vorstellungen und laden sie ein, bei einzelnen Veranstaltungen  oder beim  regelmäßig im Mehrgenerationenhaus Wismar stattfindenden Frauencafé ihre Kenntnisse zu erweitern und ihre kulturellen Vorstellungen auszutauschen. Sie vermitteln bei Problemen zu Unterstützungssystemen und begleiten gegebenenfalls zu Ämtern, zur Schule oder zum Kindergarten. Gemeinsame Feste bieten die Möglichkeit zu Austausch und Information und sind Türöffner, um mit Frauen in Kontakt zu kommen. Sie bieten gleichzeitig Gelegenheit zum Austausch mit den deutschen Nachbarn und bauen damit kulturelle Barrieren ab.

Das Projekt startete am 01.09.2020, und erste Frauen haben sich bereit erklärt, sich als Stadtmütter ausbilden zu lassen.